Biblische Bücher – Hauptverzeichnis

Zu jedem biblischen Buch finden sich auf diesen Seiten Kommentare, Auslegungshinweise und Materialien. Schwerpunkt ist das Buch Jesus Sirach (Ben Sira / Ecclesiasticus) mit ausführlichen Kapitelkommentaren und wissenschaftlichen Artikeln.

Struktur der Bibel: Altes Testament | Tora | Propheten (Nebiim) | Schriften (Ketubim) | Deuterokanonika | Neues Testament | Evangelien | Paulinische Briefe | Pastoralbriefe | Katholische Briefe | Apokryphen | Altorientalische Textcorpora | Flavius Josephus | Philo | Qumran

Gen, Ex, Lev, Num, Dtn, Jos, Ri, Rut, 1Sam, 2Sam, 1Kön, 2Kön, 1Chr, 2Chr, Esra, Neh, Tob, Jdt, Est, 1Makk, 2Makk, Ijob, Ps, Spr, Koh, Hld, Weish, Sir

Jes, Jer, Klgl, Bar, Ez, Dan, Hos, Joel, Am, Ob, Jona, Mi, Nah, Hab, Zef, Hag, Sach, Mal

Mt, Mk, Lk, Joh, Apg, 1Kor, 2Kor, Gal, Eph, Phil, Kol, 1Thess, 2Thess, 1Tim, 2Tim, Tit, Phlm, Hebr, Jak, 1Petr, 2Petr, 1Joh, 2Joh, 3Joh, Jud, Offb (=Apk)

Weitere Zugänge: Computereinsatz in der Exegese · Bibelausgaben · Accessus ad bibliam: Bibeltheologische Glossen · Hermeneutik · Methodik · Studien · Biblische Sprachen · Altorientalistik · Papyrologie und Handschriftenkunde · Bibel und Literatur · Bibel und Kunst · Bibel und Musik · Bibel und Liturgie

Vorwort

FB 25 years later … Mein Blog bibelarbeit.net. Meinen ersten Blog schrieb ich, bevor es dieses Wort gab, als Internettagebuch in den Jahren 1994–1996. Mit einem Rückblick auf die letzten Jahre verbinde ich persönliche Notizen und aktuelle Funde aus der Bibelwissenschaft.

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

diese Zusammenstellung biblischer Materialien im Internet lebt davon, dass die vielen Veränderungen und Zuwächse zur Bibelwissenschaft im Internet nach Sachgebieten aufgeschlüsselt werden. Änderungen finden Sie in der Rubrik Aktualisierungen. Wenn Sie einen wichtigen Eintrag vermissen, erbitte ich eine kurze E-Mail mit genauem Titel und URL-Angabe an boehmisch@animabit.de. Für die Schreibung biblischer Fremdsprachen benutzen diese Seiten Unicode (UTF-8). Für die weitere Pflege der Seiten sind mir Ihre Kommentare zu Gliederung, Aufbau und Schwerpunktsetzungen von großem Nutzen.

Mit freundlichen Grüßen, Franz Böhmisch

Notizen und Funde

Aus meiner Arbeit

Vom Bibelleser zum Experten – eine Lebensaufgabe für alle

Veröffentlicht in: Theologisch-Praktische Quartalschrift 149 (2001) 156–166. PDF des Artikels

Die Bibel gehört weder allein dem Lehramt noch den Exegeten: Ist sie Wort des Lebens für alle, dann muss auch allen Suchenden und Glaubenden ein Zugang möglich sein. Die katholische Kirche hat lange Zeit – von der Gegenreformation bis ins 20. Jahrhundert – den Gläubigen die Bibel nicht zugetraut; viele ältere Menschen möchten diese Lektüre heute nachholen und brauchen dafür Ermutigung. Der Artikel verbindet diese pastoralen Erfahrungen mit den neueren exegetischen Methoden, die allesamt stärker leserorientiert arbeiten: Endtextorientierung und Vorrang der Synchronie, kanonische Exegese (Sanders, Childs), Intertextualität und Rezeptionsästhetik, während die klassischen historisch-kritischen Methoden konstitutiv bleiben.

Die Bibel selbst gibt interessante Signale, wie sie sich ihre Leser vorstellt: das Vorwort des Epitomators in 2 Makk 2,24–32 (Bibel als Literaturerlebnis und „Infotainment“), das Zeugnis des Johannesevangeliums (Joh 19,35; 20,30f – Schreiben, damit ihr glaubt), die Rechenschaftspflicht des Glaubenden (1 Petr 3,15f) und das Proömium der Sirachübersetzung, das das Buch als Hilfe für ein der Weisung gemäßes Leben in der Fremde vorstellt. Kirchlich erwächst daraus ein Verständnis der Kirche als Lesegemeinschaft der Bibel: Bibelarbeit gehört in alle Gemeindegremien hinein – vom Liturgiekreis bis zur Pfarrcaritas. Jede und jeder Christ ist in einem lebenslangen Prozess unterwegs zu der jeweils angemessenen Kompetenz in der Auslegung: vom Bibelleser zum Experten – die wissenschaftliche Exegese als ergänzende Hilfestellung, nicht als Ersatz des einfachen Bibellesens.

Mit der Bibel ins Internetzeitalter

Veröffentlicht in: Theologisch-Praktische Quartalschrift (mit Christian Dandl). PDF des Artikels

Unter den Theologen waren die Bibelwissenschaftler gewissermaßen Pioniere der Arbeit mit Computern. Der Artikel zeichnet die Geschichte dieser Allianz nach: von den ersten Überlegungen der späten 1950er Jahre und den Pionieren Gerard E. Weil (elektronische Erstellung der Masora Magna zur Biblia Hebraica Stuttgartensia) und Yehuda Radday (statistisch-linguistische Autorenschaftsstudien) über die Großprojekte der 1970er Jahre – die „Werkgroep Informatica“ in Amsterdam und das Projekt CATSS (Computer Assisted Tools for Septuagint Studies) unter Emanuel Tov und Robert A. Kraft – bis zur PC- Revolution der 1980er Jahre.

Dabei stellt sich die Grundsatzfrage nach dem Sinn des Computereinsatzes in der Exegese: Form und Inhalt eines Textes sind nicht sauber zu trennen, und die regelhafte Analyse von Formen ist ein ideales Einsatzgebiet des Computers – die Auslegung selbst lässt sich aber nicht in einen Algorithmus formalisieren. Bibelprogramme (BibleWorks, QUEST) werden vorgestellt und ihre Stärken und Fallstricke (Fehlkodierungen!) diskutiert. Ein Ausblick führt ins frühe World Wide Web: Bibliothekskataloge, digitale Ausstellungen, der „Bible Gateway“ – und die Einsicht, dass der Leser nicht mehr passiver Konsument ist, sondern Diskussionspartner in einem weltweiten Forum. Diese Website bibelarbeit.net ist aus genau dieser Einsicht entstanden.

Mein Projekt „Ethik in der KI“

Die Nähe von Bibelwissenschaft und Computertechnik führt für mich heute in ein neues Feld: die Ethik der Künstlichen Intelligenz. An meiner Schule unterrichte ich den Kurs „Ethische Aspekte der KI“. Der Jahresverlauf ist in drei spiralförmige Blöcke gegliedert: Technik-Grundlagen (wie maschinelles Lernen, Sprachmodelle und Embeddings funktionieren), Mensch und Gesellschaft (Bias, soziale Folgen, KI-Arbeiter etwa in Madagaskar) und Recht und Zukunft (u. a. die UNESCO-Empfehlung zur Ethik der KI von 2021).

Für jede der Lektionen entstehen differenzierte Arbeitsblätter auf drei Niveaustufen – mit gleichwertiger Optik, ohne sichtbare „leicht/schwer“-Kennzeichnung, damit alle Schülerinnen und Schüler auf ihrer Ebene gefördert werden. Im Technik-Block experimentieren wir praktisch mit deutschen Sentence-Embeddings und machen das Thema „Bias in Sprachmodellen“ am eigenen Beispiel erlebbar: Vektoren, semantische Ähnlichkeit und verzerrte Assoziationen werden so greifbar. Damit setzt der Kurs die alte Frage „Was tut der Mensch mit der Technik – und was tut die Technik mit dem Menschen?“ für die Generation fort, die mit KI aufwächst.