Die Große Jesajarolle (1QIsaa) war ursprünglich zwei getrennte Rollen. Marcello Fidanzio (Università della Svizzera italiana) zeigt, dass die Unterschiede zwischen den ersten acht und den letzten neun Pergamentblättern daher rühren, dass zwei eigenständige Rollen erst später zu einer zusammengefügt wurden. Seit 23. Februar 2026 ist die 7,34 m lange Rolle im Israel Museum erstmals seit 1968 vollständig ausgerollt zu sehen (Ausstellung „A Voice from the Desert“).
Quelle: The Times of Israel ↗, The Times of Israel (Ausstellung) ↗
Jerusalem: Verkohlte Holzbalken von der Zerstörung des Ersten Tempels entdeckt. Im Nationalpark Jerusalem Walls in der City of David fanden Archäologen der Israel Antiquities Authority und der Universität Tel Aviv Dachbalken, die beim von Nebukadnezar II. verursachten Brand 586 v. Chr. verkohlt und unter geschmolzenem Putz 2600 Jahre konserviert wurden. Die zahlreichen Jahrringe eröffnen neue Möglichkeiten der Dendrochronologie (Ausgrabungsleiterin Efrat Bocher).
Quelle: The Jerusalem Post ↗
Schilo (Tel Shiloh): Drei kanaanäische Vorratskrüge aus der Mittleren Bronzezeit. Die achte Grabungskampagne der Associates for Biblical Research (ABR) erbrachte im Bereich der Favissa (Area D) drei restaurierbare Pithoi mit verkohlten Lebensmittelresten (u. a. Oliven), dazu weitere Mauern der Nordbefestigung (Bent-Axis-Toranlage). Die Funde beleuchten die bronzezeitliche Vorgeschichte der Stätte der Stiftshütte.
Quelle: Associates for Biblical Research ↗, The Jerusalem Post ↗
El-Araj am See Genezareth: Zehnte Grabungskampagne mit reichen Funden der römischen Zeit. Herodianische Tonlampen, über 150 Münzen, jüdische Steinfragmente, Netzgewichte, römische Strukturen und ein dorisches Kapitell stützen die These, dass El-Araj das antike Bethsaida-Julias ist; die Abgrenzung gegen andere Kandidaten (etwa et-Tell) bleibt Gegenstand der Forschung.
Quelle: El-Araj Excavation Project ↗
Ophel in Jerusalem: Großes Mikwaot-Ensemble für Pilger am Fuß des Tempelbergs. Nach fünf Kampagnen (Leitung Uzi Leibner und Orit Peleg-Barkat, Hebräische Universität) wurde ein monumentaler Komplex mehrerer Ritualbäder veröffentlicht, darunter ein rund zwölf Meter großes, von allen Seiten begehbares Becken – etwa 50 m unterhalb des (versperrten) Dreifach-Tores der Tempelmauer. Der Befund erhellt die rituelle Vorbereitung der Pilger vor dem Tempelbesuch.
Quelle: The Jerusalem Post ↗
Huqoq (Galiläa): Ausgrabungsprojekt geht in eine neue Phase. Die von Jodi Magness (UNC Chapel Hill) geleiteten Grabungen mit den berühmten spätantiken Synagogenmosaiken münden in das Projekt „Judeo-Christian Heritage in the Galilee“ (Albright Institute, Israel Antiquities Authority und US-Partner), das die antike Synagoge der Öffentlichkeit erschließen soll.
Quelle: UNC-Chapel Hill ↗
Überblick: „Sechs archäologische Entdeckungen 2026, die unser Bild der Bibel verändern“. National Geographic bündelt die wichtigsten Funde des Jahres – u. a. das byzantinische Baptisterium von Hippos-Sussita mit wiederaufgedecktem Taufbecken, die Holzbalken von der Zerstörung des Ersten Tempels, die Ashurbanipal-Stele aus Ninive (vgl. Asnappar in Esra 4,10) und wiedergewonnene Seiten des Codex H.
Quelle: National Geographic ↗